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Schwerpunkte SCHÄXPIR 2013

In der internationalen Theaterszene zeichnet sich der Trend ab, Produktionen nicht mehr in klassischen Genres anzusiedeln. Immer mehr Gruppen verabschieden sich davon, ihr Stück als Sprechtheater, Tanzstück oder anders auszuweisen, sondern bedienen sich mehrerer Darstellungsformen, um Inhalte und Gefühle zu vermitteln und Themen aufzugreifen.
Das Internationale Theaterfestival SCHÄXPIR hat seit jeher das Ziel, derartige Strömungen aufzuspüren und dem oberösterreichischen Publikum diese Trends auf den Festivalbühnen zu präsentieren.

ERÖFFNUNG
Schon die Eröffnungsproduktion „TRAVERSE“ der französischen Compagnie Arcosm ist nicht nur Tanz. Die Kombination aus Bewegung, Percussion und Schauspiel ist mitreißend und berührend.
Bei Produktionen für das allerkleinste Publikum wird das Aufbrechen der Genregrenzen ebenfalls deutlich. „NOCHMAL!“ der deutsch-italienischen Gruppe Franceschini // Droste & Co kann sowohl im Bereich Musik- als auch Tanztheater angesiedelt werden. „Peter und der Wolf“ von THEATER AN DER PARKAUE / norton.commander.productions. ist Sprech-, Musik-, Objekttheater und Musikunterricht zugleich. „Staring Girl“, eine Produktion für Jugendliche der belgischen Gruppe Zonzo Compagnie, bietet Crossover im besten Sinn: Film, Live-Konzert, Theater – in genialem Zusammenspiel!

MUSIK UND TANZ UND MEHR
Bei dieser Gelegenheit stellt sich die Frage: Was ist ein Genre? Etwa beim Begriff Musiktheater. Sind das Theaterstücke, die musikalisch begleitet werden oder ist damit doch die klassische Oper gemeint? Musik ist bei SCHÄXPIR 2013 in vielen Variationen und Ausführungen zu finden. Ob bei der ungewöhnlichen Produktion „U DIKKE MA! – eine Fußballoper“ in Form einer grölenden Meute oder in Das Kind der Seehundfrau mit leisen, fragilen Tönen.
Tanz ist eine Ausdrucksform, die sich der Musik bedient und ohne Worte vielschichtige Geschichten erzählen kann. Für jede und jeden verständlich – einerseits intensiv und brutal wie bei „Chicks for money and nothing for free“ der belgischen Koproduktion von KOPERGIETERY und het KIP, andererseits klassisch und zart wie bei „Ein föhniger Nachmittag (L’aprés midi d’un foehn-Version 1)“ der französischen Compagnie Non Nova.
Inklusive Theatergruppen wie Theater HORA und Theater STAP bedienen sich des Tanzes, um ihren ProtagonistInnen ein Sprachrohr universellster Verständlichkeit zu bieten.

NEUE - ALTE - ANDERE RÄUME
Wenn vom Aufbrechen der Genregrenzen gesprochen wird, will das Sprengen der räumlichen Beschränkungen erwähnt sein. Das Bespielen ungewöhnlicher Orte, wie es Justus Neumann mit seinem Theaterverein zum aufgebundenen Bären in der Produktion „Alzheimer Symphonie“ macht – sein Zirkuszelt findet den Weg von den Bruney Islands nach Linz auf den Schlossberg.
Aus Leipzig macht sich ein Theaterbus mit dem Stück „WAGEN 1322“ auf die Reise nach Oberösterreich und am AEC Maindeck wird in der Festivalzeit ein seltsam anmutender Container stehen – Spielort von „Haus“ der niederländischen Gruppe Het Filiaal.
Ein weiterer Trend ist, den Spielort zum Mitspieler zu machen. Die Plätze fließen direkt in das Geschehen ein! Sehr schön zu sehen bei „Murikamification“ vom Tänzer/Performer Erik Kaiel. Er nimmt das Publikum mit auf einen Parkour durch Linz.
Auch die Produktion „Jacobsnase“ von Studio ORKA aus Belgien ist stark vom Aufführungsort abhängig. Gerüche spielen hier eine wesentliche Rolle. Wir dürfen gespannt sein, welche Aromen uns in der Tabakfabrik Linz aufgetischt werden. „BUSSTOP“ von SILK fluegge und Junges Pottporus (Linz / Herne, DE) spielt bei der Haltestelle Unionkreuzung der LINZ AG – oder heißt es, spielt mit der Haltestelle? Die Uraufführung findet am 24. Juni statt. Ebenfalls uraufgeführt wird „StadtRAUSCHEN“. „Meine Stadt“, der Ort, wo ich bin, ist Thema der Produktion, deren Besonderheit darin besteht, dass Jugendliche dreier Städte – Linz, Graz und Wien – ihre Heimat aus neuen Blickwinkeln entdecken. Realisiert wurde dieses Projekt von theaternyx*, TaO! und TheaterFOXFIRE in Koproduktion mit SCHÄXPIR.

UND NOCH VIEL MEHR ...
Es gäbe noch viel zu erwähnen, etwa die oberösterreichischen Uraufführungen oder den Jungwildwettbewerb. Doch das beste Bild machen sich jene, die kommen und schauen, erleben, spüren und staunen.

Ein föhniger Nachmittag (Version 1)